Olaparib (Lynparza) beim BRCA-positiven Brustkrebs

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Olaparib beim BRCA-positiven Mammakarzinom

Olaparib  Lynparza beim BrustkrebsOlaparib (Lynparza) im Vergleich zur Standard-Chemotherapie reduziert die Chance auf Fortschreiten von fortgeschrittenem BRCA- positiven Brustkrebs um 42% und verzögerte die Progression um etwa 3 Monate.

Das zeigen die Ergebnisse aus einer klinischen Phase-III-Studie von etwa 300 Frauen, die auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology ASCO-2017 in Chicago vorgestellt und im New England Journal of Medicine (2017; doi: 10.1056/NEJMoa1706450) publiziert.

Der PARP-Inhibitor Olaparib (Handelsname Lynparza) wurde 2014 als Monotherapie zur Behandlung von Ovarialkarzinomen bei Patientinnen mit BRCA1/2-Mutationen zugelassen.
Es wurde vermutet, dass Olaparib auch  gegen andere Krebserkrankungen wirkt:
bei Menschen mit erblichen BRCA1- oder BRCA2-Mutationen, bei einigen Arten von Eierstock-, Brust- und Prostatakrebs. 
Die jetzt vorliegenden Ergebnisse  bestätigen diese Vermutung beim BRCA mutierten Brustkrebs.

Bei etwa 5 Prozent aller Mammakarzinome liegen Mutationen in den „Brustkrebs-Genen“ BRCA1 oder BRCA2 vor.
Ist es einmal zum Krebswachstum gekom­men, erben auch alle Tumorzellen die BRCA1/2-Mutation.  Um sich erfolg­reich zu vermehren, müssen die Krebszellen auf andere DNA-Reparaturmechanismen wie den Poly(ADP-ribose)-Polymerasen (PARP) ausweichen.
Werden die PARP-Enzyme durch den Wirkstoff Olaparib außer Kraft gesetzt, kommt es zu einem Wachstumsstopp der Krebserkrankung.  

Die Patientinnen in der Studie hatten HER2-negativen und BRCA1- oder BRCA2-mutierten Brustkrebs und erhielten Olaparib als Erst-, Zweit- oder Drittlinientherapie für ihre metastatische Erkrankung.
Zuvor waren die Patientinnen mit einem Anthracyclin (sofern nicht kontraindiziert) und einem Taxan behandelt worden.

 Lynparza (Olaparib) Tabletten 300 mg zweimal täglich

Die Dosis betrug 300 mg zweimal täglich und die Wirkung wurde mit den Chemotherapeutika Capecitabin, Vinorelbin und Eribulin verglichen.

Die Studie zeigte, dass mit Lynparza behandelte Patientinnen eine 42%-ige Reduktion des Risikos für eine Krankheitsverschlechterung oder Tod (HR 0,58; 95% CI 0,43-0,80; P = 0,0009, Median 7,0 vs 4,2 Monate) im Vergleich zu Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin erreichten.

Darüber hinaus wurde die objektive Ansprechrate (ORR) mehr als verdoppelt, wobei 59,9% der Patienten im Olaparib-Arm ein Ansprechen auf die Behandlung zeigten, verglichen mit 28,8% der Patienten, die mit Chemotherapie behandelt wurden

Es gab deutlich geringere Nebenwirkungen (Inzidenz von Grad ≥3)  im Olaparib-Arm im Vergleich zum Chemotherapie-Arm (36,6% gegenüber 50,5%). Außerdem brachen weniger Patientinnen die Behandlung im Vergleich zum Chemotherapie-Arm ab (4,9% gegenüber 7,7%).

Mehr über Mutationen von BRCA1 und BRCA2: =>  BRCA Mutationen Brustkrebs

 


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