S3-Leitlinien Mammakarzinom

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S3-Leitlinien Mammakarzinom Brustkrebs

Im Sommer 2012 ist die neue S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms der Frau“ publiziert worden. An ihr haben 29 Fachgesellschaften, Institutionen und Patientenverbände mitgearbeitet. Sie legt die Standards für die Betreuung von Patientinnen mit Brustkrebs fest.S3-Leitlinien Mammakarzinom, Brustkrebs

S3-Leitlinien sind systmatisch entwickelte Feststellungen (Thesen) mit dem Ziel, die Entscheidung von Ärzten und Patienten über eine angemessene Gesundheitsversorgung (Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge) für spezifische klinische Situationen zu unterstützen.

“Die neue S3-Leitlinien für Mammakarzinom, Brustkrebs  wurde gegenüber der Vorversion aus dem Jahr 2008 an vielen Stellen dem neuen Stand der Forschung und des Wissens angepasst“, so Prof. Dr. med. Rolf Kreienberg, federführender Koordinator des Leitlinienprojekts.“ Wir haben die Vorgaben in der Diagnostik, in der operativen Versorgung, der Arzneimitteltherapie mit Chemotherapeutika, Antihormon-Medikamenten, Rezeptorantagonisten und anderen gegen den Tumor gerichteten Medikamenten überarbeitet; die medikamentöse Therapie vor der Operation wurde neu bewertet und gestärkt, bei der Strahlentherapie wurden Modifikationen vorgenommen.“ Auch bei den Empfehlungen zu komplementärmedizinischen Maßnahmen und zur psychosozialen Betreuung der Krebspatientin wurden neue Elemente eingefügt.

Die Leitlinie enthält evidenz- und konsensusbasierte aktuelle Empfehlungen für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Beschrieben werden die jeweils dem Stand der Erkrankung angemessenen, wissenschaftlich begründeten, aktuellen und wirtschaftlichen Verfahren. Die Empfehlungen sollen eine individualisierte Therapie ermöglichen, die am jeweiligen Therapieziel, dem Nutzen-Risiko-Verhältnis und den Wünschen der Patientin ausgerichtet ist. Damit verbindet sich die Hoffnung, die Diagnostik und Therapie in jeder Phase der Erkrankung zu optimieren und sowohl bei der Ersterkrankung als auch beim Rezidiv sowie einer Metastasierung die Sterblichkeit von Brustkrebspatientinnen zu senken und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Noch immer versterben in Deutschland jedes Jahr 60.000 Brustkrebspatientinnen an ihrer Erkrankung, das ist rund ein Drittel der Erkrankten. Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Zum Gesamtkonzept, die Sterblichkeit an der Erkrankung mittel- und langfristig zu senken, gehören neben der Qualitätssicherung der Diagnostik und Therapie anhand evidenzbasierter Leitlinien die Zertifizierung von Brustkrebszentren und die Erfassung brustkrebsbezogener, epidemiologischer und klinischer Daten durch Krebsregister.

 


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