S3-Leitlinien Mammakarzinom


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S3-Leitlinien Mammakarzinom Brustkrebs 2017

Im Dezember 2017 wurde die aktuelle S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms der Frau“ publiziert worden. An ihr haben 29 Fachgesellschaften, Institutionen und Patientenverbände mitgearbeitet. Sie legt die Standards für die Betreuung von Patientinnen mit Brustkrebs fest.S3-Leitlinien Mammakarzinom, Brustkrebs

S3-Leitlinien sind systmatisch entwickelte Feststellungen (Thesen) mit dem Ziel, die Entscheidung von Ärzten und Patienten über eine angemessene Gesundheitsversorgung (Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge) für spezifische klinische Situationen zu unterstützen.

Die S3-Leitlinien für Mammakarzinom vom 2017 wurde gegenüber der Vorversion aus dem Jahr 2012 an vielen Stellen dem neuen Stand der Forschung und des Wissens angepasst.

Sie enthält unter anderem Empfehlungen zur Diagnostik, Behandlung und Beratung von Frauen mit erhöhter familiärer bzw. genetischer Belastung. Das Kapitel zur operativen Therapie berücksichtigt moderne Operationsverfahren und geht auf das Vorgehen bei der Entnahme der Lymphknoten in der Achselregion ein.
Auch die Strahlentherapie kann schonender eingesetzt werden, besonders bei Patientinnen im fortgeschrittenen Alter.
 
Patientinnen mit hohem Rückfall- bzw. Metastasierungsrisiko wird nun explizit eine computertomographische Untersuchung von Brust- und Bauchraum empfohlen. Außerdem weist die Leitlinie darauf hin, dass der Biomarker Ki67 zu den herkömmlichen Prognosefaktoren hinzugenommen werden kann und dass die Durchführung von Multigen-Tests in bestimmten Situationen sinnvoll sein kann.

Die Leitlinie enthält evidenz- und konsensusbasierte aktuelle Empfehlungen für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Beschrieben werden die jeweils dem Stand der Erkrankung angemessenen, wissenschaftlich begründeten, aktuellen und wirtschaftlichen Verfahren. Die Empfehlungen sollen eine individualisierte Therapie ermöglichen, die am jeweiligen Therapieziel, dem Nutzen-Risiko-Verhältnis und den Wünschen der Patientin ausgerichtet ist. Damit verbindet sich die Hoffnung, die Diagnostik und Therapie in jeder Phase der Erkrankung zu optimieren und sowohl bei der Ersterkrankung als auch beim Rezidiv sowie einer Metastasierung die Sterblichkeit von Brustkrebspatientinnen zu senken und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Noch immer versterben in Deutschland jedes Jahr 60.000 Brustkrebspatientinnen an ihrer Erkrankung, das ist rund ein Drittel der Erkrankten. Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Zum Gesamtkonzept, die Sterblichkeit an der Erkrankung mittel- und langfristig zu senken, gehören neben der Qualitätssicherung der Diagnostik und Therapie anhand evidenzbasierter Leitlinien die Zertifizierung von Brustkrebszentren und die Erfassung brustkrebsbezogener, epidemiologischer und klinischer Daten durch Krebsregister.

 

 

Diese neue Leitlinie für „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge“ wurde am 29. Juni 2017 auf dem Senologiekongress in Berlin vorgestellt.

In der aktualisierten S3-Leitlinie werden zum Beispiel neue Tests empfohlen, wie der Oncotype DX Breast Recurrence Score® Test:
Einsatz der Tests bei Patientinnen mit ER/PR-positivem, HER2-negativem, nodal-negativem invasivem Brustkrebs, wenn die konventionellen Prognoseparameter einschließlich Ki-67 keine eindeutige Entscheidung für oder gegen eine adjuvante Chemotherapie zulassen.

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